Salzburg – knapp bis an meine persönlichen Grenzen

Nach dem kurzen Bummeln über den teilweise geöffneten Weihnachtsmarkt in Schloss Hellbrunn dachte ich mir das gute Österreichische Küche mir gut tun würde, vorab gegoogled habe ich ein Restaurant gefunden welches behaupted das beste Backhähnchen in ganz Österreich zu haben.

Ok, ich dachte mir das probier ich mal aus, vermutlich ist das eher so ein Touristenmagnet, aber ich lag falsch.

Obwohl ich erst gegen 14:30 Uhr dort gewesen bin war der Laden sehr voll und ich wurde an einen „Gemeinschaftstisch“ zugewiesen. Das Gute daran, keine Chinesen zu sehen, wobei das Restaurant nur eine Haltestelle ausserhalb von Central liegt, und die Haltestelle den Namen des Restaurants trägt. (Bärenwirt)

1/2 Backhendel mit Erdäpfel-Vogerlsalat

I weiß nicht wie groß die Steirischen Hendl so werden, dieses war für mich nicht schaffbar, obwohl ich bis 08:30 nur zwei Butterbrezeln in mir hatte.

Die Panade war sehr knusprig, das Fleisch innen super saftig. In dem separierten vorderen Teil waren Innereien, ich vermute Leber und Herz – was aber nicht so meins ist.

Geschafft habe ich das leider nicht, vermutlich lag es an der Panade 🙂

Aber alles super lecker!

Meine Tischnachbarn hatten sich irgendwelche Schnitzel bestellt, damit hättest Du locker jemand erschlagen können, und auch da blieb etwas übrig.

Mein ursprünglicher Plan war eh zu Fuß auf die Festung zu laufen, meine Tischnachbarn meinten auch das es einen ausgeschilderten Weg gibt.

Gut gestärkt ging es los, gleich nach Restaurant auf der anderen Straßenseite waren ein „paar“ Stufen welche über die Müllner Schanze in Richtung Mönchsberg führten. Die Stufenhöhe war nicht was man so kennt, eher 20-30cm Höhe (unterschiedlich) was mich schon zum Pumpen brachte, denn es waren erstmals ca. 100 Höhenmeter zu bewältigen.

Der erste „Zwischenstopp“ war bei der Müllner Kirche welche im 15. Jahrhundert errichtet wurde und nun Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist.

Müllner Kirche – Weltkulturerbe

Von dort aus gab es schon mal eine schöne Aussicht auf die Salzburger Altstadt mit der Festung im Hintergrund, welche ich mir als Ziel gesetzt habe. Natürlich zu Fuß und wenn man rechts die Felswand sieht wo oben der Weg entlangläuft dann kann man sich schon vorstellen was noch alles an Höhenmetern auf mich zukommt.

Salzburg Altstadt und Salzach

Ein paar klitzekleine Höhenmeter weiter dann diese grandiose Aussicht, Bilder von den Treppen und steilen Straßen hab ich nicht gemacht, ich war da zu sehr mit mir beschäftigt meinen Puls wieder in den Normalbetrieb zu bringen, schliesslich musste ich ich nicht nur mich hochschleppen, sondern die komplette Fotoausrüstung mit Stativ und Laptop (ich Idiot dachte ich kann auf der Rückfahrt im Bus schon Bilder machen, Blog schreiben usw. aber da bin ich einfach weggenickt).

Festung Salzburg

Einmal oben ging es dann relativ einfach leicht bergauf und bergab immer an der Kante des Felsens Richtung Festung, und es tauchten nun auch Schilder auf welche auf die Entfernung hinwiesen, es waren Anfangs 1,2km und mit jedem Schild wurden es weniger (ich schreibe das nur denn ich kenne das auch anders in Österreich, wo ca. Wegzeiten angegeben werden und die sind auf allen Schildern gleich, egal wie Nahe man schon gekommen ist)

Auf diesem Höhenkamm sind sehr viele kleine Schlößchen mit Zinnentürmen, auch ist es sehr ruhig trotz Stadtnähe.

Irgendwann kam ich dann ans Museum der Moderne, dort habe ich dann gelesen das es einen Aufzug von der Stadt nach dort gibt, aber dann hat man ja selber nichts erreicht 🙂

Weiter ging es dann durch schmale Hohlwege (alternativ auch durch den Wald, nur das wären noch ein paar zusätzliche Höhenmeter gewesen und ich spürte schon meine Knochen) weiter in Richtung Festung bis diese plötzlich ganz nahe war.
Noch durch ein paar Torbögen und ich Stand am Fuße dieser. Für die Fußfaulen fährt dort eine Standseilbahn hoch und an deren „Mittelstation“ kam ich raus.
Also dachte ich mir das der Rest nicht mehr so schlimm sein kann, lag aber mit dieser Vermutung stark daneben denn ab da wurde es nochmal richtig steil. (Der Wiki von sn.at schriebt „etwas steil“ nun ja, Ansichtssache https://www.sn.at/wiki/Festung_Hohensalzburg)


Das Raubrittertum vom Mittelalter im Bezug auf Wegezoll wurde beibehalten, so ist gleich im ersten Bogen vor dem Schloss die Kasse, es gibt 2 Ticketvarianten Basis und All-Inclusive, wenn man selber hochläuft spart man sich etwas, denn dann kostet das Basis-Ticket „nur“ 10€.
Nach dieser Kasse wurde es dann richtig steil so daß an einer der Steigungen sogar eine Hühnerleiter integriert ist damit man auf dem sandigen Weg nicht wegrutscht.
Bis zum Burghof sind es dann ca. weitere 300 Meter und es dürften so 25% Steigung gewesen sein.
Dann geht es dann immer weiter in Kreisen hoch, eben ist es dort bis auf die Terrassen sehr wenig.

Dafür wird man mit einem schönen Blick belohnt.

Salzburg Altstadt von oben
Und nochmal Salzburg von oben zur Blauen Stunde

Den Abstieg habe ich mir dann erspart, zudem die Fahrt mit der Standseilbahn mit in dem Ticket enthalten war.

1 Minute Fahrt, 96,6 Höhenmeter bei einer Streckenlänge von 198,5 Meter ergibt das eine Steigung von ca. 55%. (Für die Techniker)

Bis zur Heimfahrt mit dem Bus habe ich mich noch ein bisschen in der Altstadt herumgetrieben, Weihnachtsmarkt mit der vollen Beschallung von einem Chor mit Christlichen Liedern, hmm nicht so meins, Fussgängerzone auf der Suche nach einem Supermarkt um mir nicht allzu überteuerte Getränke zu kaufen (ein Spar gleich neben dem Geburtshaus von Mozart), öffentliche Toiletten (ganz schwer zu finden, eine 50cent Bedürfnisanstalt im Hof vom Stern-Bräu – sehr sauber)

Alles in allen war es ein schöner Tagesausflug.

Die Kosten waren 19,60€ für öffentliche Verkehrsmittel (von/bis München Haustüre); 10€ Eintritt; 28,69€ für Essen und Trinken also in Summe 58,29 €

Laut der Tracking App auf meinem Mobiltelefon hatte ich am Ende des Tages 24.686 Schritte und 18,83km und das spürte ich auch überall.

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