Wenn ich schon mal hier bin – im Geburtsort des Pilsners – dann musste ich das auch mal mitmachen. Auch wenn ich gar kein solch Pils Fan bin, dieses schmeckt aber um Längen besser als welches bei und so aus dem Zapfhahn kommt, und es gibt auch keine 7 Minuten Regel.

Die Führung kostet umgerechnet etwas über 10€, dauert um die 80 Minuten und beinhaltet auch ein ca. 0,3 Liter Probierbier, dazu später mehr.
War alles leider nur in Tschechischer Sprache, es gibt nur eine in Deutsch/Tag, aber mir ging’s ja mehr ums ansehen, wie Bier gebraut wird ist mir schon bekannt.
10 Euro ist natürlich schon ein stolzer Preis, aber dafür muss ich gestehen das dieser gerechtfertigt ist, denn alles ist sehr Multimedial aufgebaut mit Kino, Filmen, Erklärungen Lichteffekten und alles unterstützt von einem Guide.
Los ging es in dem Besucherzentrum wo erst über die Geschichte anhand von Vitrinen und Urkunden erzählt wurde, danach sah man eine ursprüngliche Brauküche, welche eher nach Chemielabor als nach Brauerei aussah.
Danach über den Hof zu einem Aufzug, es heisst das dieser der größte Personenaufzug in Europa wäre, mit einer Traglast von 7500kg. Gefühlt war der für mich so groß wie gehobener Mittelklassewagen, gut, in die Führung packen die maximal 40 Personen und die müssen alle auf einmal mit.

Danach ging es in die Multimediawelt wo anschaulich alles im kleinsten erklärt wurde, inklusive Tasten, Fühlen und Riechen von Gerste und Malz.
Dieser entkommen kam es dann endlich zur mehr technischen Ecke, anscheinend war das mal das ursprüngliche Brauhaus welches nun für die Besucher zum Anfassen freigegeben worden. Auch hier wurde mittels einer wirklich gut gemachten Mediapresentation der eigentliche Brauvorgang verständlich erklärt.
Danach ging es ins wirkliche Herzstück, von einer Brücke aus konnte man in das eigentliche Sudhaus sehen, alleine das hatte schon gigantische Ausmaße.
Das ganze wird von einem relativ kleinem Steuerstand betrieben (Fotographieren verboten) – was ich erkennen konnte waren da grad mal 4 Personen vor ein paar großen Monitoren am überwachen.
Weiter ging es dann in die Katakomben, Pilsen (und die Brauerei) ist von vielen Kellern durchzogen, was sich die Brauerei natürlich auch zur Nutze gemacht hat.
Eine kleine Zeitwanderung wie mühsam früher Bergbau betrieben wurde – alles ganz liebevoll inszeniert und dargestellt, doch wie schaut es heute aus.
Vorab, es wurde kühl, etwas über ca. 5°C konnte ich an einem Thermometer lesen, eigentlich ganz erfrischend bei weit über 26° an der Oberfläche.
Ein paar Blicke nach links und rechts lasser erahnen welche Unmengen an großen Fässern hier gelagert werden kann, auch ging es durch einen Keller wo die Gärfässer (zumindest für die Touristen) zu sehen war, die Temperaturen lassen es ja zu.
Aber nun endlich zum Highlight, die Bierprobe. Hier lies ein Profi Schänker fast wie am Münchner Oktoberfest bei steht geöffneten Mini-Zapfhahn das Bier in die Gläser strömen, mit nur einer kleinen Schaumkrone und ratzt-fatz. Es geht auch ohne die 7-Minuten Regel, liebe Wirte in Deutschland 🙂

Gut wars, aber nachdem ich bis dorthin schon gute 20+ Minuten nur mit T-Shirt durch die Keller gelaufen bin ist so ein 10 Grad kaltes Bier schon an der Grenze.
Durch ein paar weitere Gänge und einem riesigem ehemaligen Eiskeller welcher die Höhe einer Kathedrale hatte ging es wieder zu einem Aufzug – diesmal kleiner – und der kam, oh Wunder, direkt im Souvenier/Merchandise Shop raus.
Ich hatte dann noch die Möglichkeit eine Bustour zur Abfüllanlage mit zu machen, auch so eine der grössten mit in Europa – und sicherlich auch eine der teuersten mit 1 Millarde CZK Baukosten, was so ca. 40,5 Millionen Euro wären. Da sind einige Maschinen von Krones aus Deutschland mit verbaut.
Auch die technischen Werte lassen einen sprachlos werden, die haben 2 komplette Straßen für Flaschen (Reinigung, Flaschencheck, Aussortierung, Abfüllung) und 2 weitere Straßen für Dosen.
Die Maschinen können bis zu 10 unterschiedliche Flaschen füllen und schaffen 120.000 Stück in der
Stunde!!!
Die beiden Dosen-Straßen „nur“ 100.000 pro Stunde.
Leider lief nur die Dosenstraße – diese aber in einer Geschwindigkeit wo Du keine einzelne Dose mehr auf dem Band erkennen konntest, die Flaschenstraße stand und wurde anscheinend gerade gereinigt, sonst würde es dort drinnen schon etwas lauter sein.
Pro Straße sind nur 4 Mitarbeiter pro Schicht eingeteilt, eigentlich nur Wartungspersonal und es gibt 4 Schichten à 6h pro Tag und die Abfüllung läuft 7 Tage die Woche.


















